Karl-Friedrich Schinkel  und JGS
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Haus der gefina

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Geschäftsstelle der

Schadow-Gesellschaft e. V.

Am Wasserturm 11, 29223 Celle

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Schadow-Gesellschaft e. V.

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Feuer
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Friedrich Wilhelm IV
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Pauline Anna Milder-Hauptmann 1818
Die Künstler
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SchadowGesellschaft e.V.

Internationales Forum für Kunst, Bildung und Wissenschaft

Gemeinnützige Körperschaft

gegr. 1985

Schadow-Gesellschaft e. V.

Schadow - Künstlerpersönlichkeiten

Friedrich Gottlieb Schadow (Vater von Albert Dietrich Schadow)

(28. Juli 1761 - 2. Oktober 1831)

Königlicher Hofbaurat, Direktor der Königlichen Schlossbaukommission, Theaterinspektor, Zeichner

In einem Bericht über seine Reise von Berlin nach Weimar schrieb Johann Gottfried Schadow im Jahre 1802: "In Potsdam wurde die Stadt umfahren, bei Puhlmann eingekehrt, Vetter Schadow aufgesucht, selbiger aß mit uns."

Der hier erwähnte Vetter war der königliche Hofbaurat und Hofbaudirektor sowie Mitglied der Akademie der Künste Friedrich Gottlieb Schadow.

Er wurde 1761 in Berlin geboren und dort zum Architekten ausgebildet. 1794 erhielt er in Potsdam seine Ernennung zum Hofbau-Inspektor und 1805 zum Oberhofbauamtsassessor sowie Theaterinspektor. Friedrich Gottlieb Schadow hatte sich bereits 1816 dem von Johann Gottfried Schadow initiierten "Berlinischen Künstlerverein" angeschlossen.

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Im Jahre 1819 wurde Friedrich Gottlieb Schadow ordentliches Mitglied der   Akademie zu Berlin, dann königlicher Hofbaurat und Direktor der königlichen Schlossbaukommission. Auch die Mitglieder der Akademie in St. Petersburg wählten ihn zu ihrem Mitglied. Friedrich Gottlieb Schadow starb 1831 in Berlin.

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Johann Gottfried Schadow

(20. Mai 1764 - 27. Januar 1850)

Johann Gottfried

Johann Gottfried Schadow im 69. Lebensjahr

Königlicher Hofbildhauer, Meister aller Skulpturen, Direktor der preußischen Akademie der Künste, Karikaturist, Graphiker und Zeichner

Johann Gottfried Schadow wurde am 20. Mai 1764 als erstes von fünf Kindern den Eheleuten Anna Katharina Nille und Gottfried Schadow in Berlin geboren.

Ein Jahr, nachdem Johann Gottfried Schadow Anfang November 1787 aus Italien nach Berlin zurückgekehrt war, wurde er unerwartet nach dem Tode seines ehemaligen Lehrers Tassaert als Leiter der königlichen Hofbildhauer-Werkstatt berufen. Somit begann Schadow im Alter von 24 Jahren seinen unaufhaltsamen künstlerischen Aufstieg.

Allmählich fasste Schadow im Berliner Kulturleben Fuß. Dazu gehörte auch sein Eintritt in die Freimaurerloge Royal York de l’Amitié. Mit gerade 25 Jahren wurde er am 8. April 1790 in die Loge aufgenommen.

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Logen-Geheimnisse, Radierung 1801

Als der bedeutendste Bildhauer des Klassizismus schuf er u. a. so außergewöhnliche Kunstwerke wie die „Quadriga auf dem Brandenburger Tor", die „Prinzessinnengruppe“ und sein „Ruhendes Mädchen“ (Abb. s. unten) sowie zahlreiche Büsten, Zeichnungen und Radierungen. Diese und viele andere Kunstwerke führten dazu, dass Johann Gottfried Schadow 1805 als Vizedirektor an die Akademie der Schönen Künste in Berlin berufen wurde, deren Direktor er von 1815 bis zu seinem Tode im Jahre 1850 blieb.

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In seiner Zeit als Vizedirektor konstituierte sich 1814 unter Schadows Leitung der erste „Berlinische Künstlerverein“, zu dessen erstem Vorsitzenden er gewählt wurde. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Lebensende. Die kunsttheoretische Kontroverse mit Goethe ist ein bemerkenswertes Kapitel der Kunst- und Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts. Johann Gottfried Schadows kunstwissenschaftliche Schriften trugen weiterhin dazu bei, seinen Ruf als bedeutendsten Künstler seiner Ära zu festigen.

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Luise - Rötelzeichnung

1764 in Berlin geboren, Vater: Gottfried Schadow, Schneider aus Saalow

Mutter: Anna Katharina Nille.

Besuch des Gymnasiums zum Grauen Kloster.

1776 Erster Zeichenunterricht von Giovanni Battista Selvino, später von Madame Tassaert

1777 Schüler des Hofbildhauers Tassaert

1785 Eheschließung mit Marianne Devidels

1786 Geburt des 1. Sohnes Ridolfo

1787 Mohrenkolonnaden, Skulpturen

1787 Herkulesbrücke, Herkules bezwingt den Nemeischen Löwen

(Heute: Köllnischer Park)

1788 Geburt des 2. Sohnes Wilhelm, ordentliches Mitglied der Akademie der Künste.

1789-95 Quadriga mit der Siegesgöttin auf dem Brandenburger Tor, Kupfer getrieben, darunter das Attikarelief „Der Zug des Friedens“

1790 in die Freimaurerloge Royal York de l’Amitié aufgenommen.

1790 Grabmahl für den Grafen Alexander von der Mark

1794 Denkmalstatue für Hans Joachim von Zieten wird auf dem Wilhelmplatz zwischen den Generalen von Keith und von Seydlitz aufgestellt.

1795-97 Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike

1798 Auftrag für das Marmorstandbild des Fürsten Leopold von Anhalt Dessau (Der alte Dessauer).

1798-1800 Relieffries am Münzgebäude auf dem Friedrichswerderschen Markt (Heute Palais Schwerin, Münze)

1800 Reliefs am Schauspielhaus/ Gendarmenmarkt

1803 Grundsteinlegung zum Bau des Hauses in der Kleinen Wallstraße, heute Schadowstraße

1803 Gründung des ersten deutschen Schachclubs in Berlin

1803 Entwürfe für die Reliefs am Schadowhaus (Supraporten)

1805 Einzug der Familie Schadow in das neue Wohnhaus in der Kleinen Wallstraße. Ernennung zum Vizedirektor der Akademie der Künste. Modell für ein Luther-Denkmal

1807-11 Denkmalbüsten für die Walhalla

1810 Beginn des Lehrbetriebs an der neu begründeten Universität Berlin

1811 Auftrag zum Relief „Apotheose der Königen Luise“

1810/1811 Übernahme der Direktion der Bauakademie

1814 Gründer und 1. Vorsitzender des „Berlinische Künstlerverein

1815 Schadows Frau Marianne verstirbt.

1816 Ernennung zum Direktor der Akademie der Künste

1817 Eheschließung mit Henriette Rosenstiel

1817 Modell für die Siegesgöttin, Neue Wache

1818 Geburt des Sohnes Richard

1819 Geburt des Sohnes Felix

1821 Geburt der Tochter Lida

JGS mit Modell Luther

1821 Enthüllung des Luther-Denkmals in Wittenberg und Kopie für die Dorotheenstädtische Kirche (Heute Dorotheenstädtischer Friedhof)

1824 Geburt des Sohnes Julius

1826 Weiterführung der von Heinrich Kaehler angefangenen Figur

„Ruhendes Mädchen“, seine letzte Marmorarbeit

1827 Wahl zum Abgeordneten von Berlin

1830 Ernennung zum Ehrendoktor der Philosophie durch die Königliche Universität zu Berliner. Veröffentlichung der Lehre von den Knochen und Muskeln. Tod seiner Frau Henriette

1830-1842 14 Bildnisbüsten für die Walhalla bei Regensburg

1836 Umbenennung der Kleinen Wallstraße in Schadowstraße

1838 Verleihung des Roten Adlerordens 2. Klasse mit Brillianten anlässlich seiner 50-jährigen Mitgliedschaft in der Akademie der Künste

1843 Verleihung des Ordens Pour le mérite für Wissenschaft und Künste

1844 Letzte plastische Arbeit „Gruppe der Weinsbergerin“, in Bisquitporzellan von der KPM, Berlin verbreitet.

1850 Johann Gottfried Schadow stirbt 86 jährig in Berlin und wird auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof vor dem Oranienburger Tor bestattet.

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Johann Gottfried Schadow war regelmäßiger Gast in der Singakademie Berlin

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Carolus Zenon Rudolf/ Ridolfo Schadow (Sohn von Johann Gottfried Schadow)

(9. Juli 1786 - 31. Januar 1822)

Bildhauer, Zeichner

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Im Jahre 1786 kam Carolus Zenon Rudolf, genannt Ridolfo Schadow (s. Zeichnung seines Bruders Wilhelm Schadow), als Sohn von Johann Gottfried Schadow und seiner Frau Marianne, geborene Devidels, in Rom zur Welt. Als Gehilfe in der Werkstatt seines Vaters erlernte er in frühester Jugend die künstlerischen Ausdrucksmittel der Bildhauerei zu nutzen. 1811 verließ Ridolfo mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm, der sich als Kunstmaler von Georg Weitsch hatte ausbilden lassen, das elterliche Haus in Berlin, um sich in Rom weiterzubilden.

Hier richtete sich der sehr erfolgreiche junge Bildhauer ein Atelier ein. Ridolfo Schadow wurde Schüler Thorvaldsens und 1813 in die Akademie St. Luca aufgenommen. 1813 schloss er sich dem Lukasbund, einem religiösen Malerorden, an. Diesem von Overbeck und Pforr 1809 gegründeten Orden war schon zuvor sein Bruder Friedrich Wilhelm beigetreten. Unter dem Einfluss Overbecks konvertierten Friedrich Wilhelm und Ridolfo zum Katholizismus.

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Ridolfo Schadows Werk, das einst mit so berühmten Werken wie die „Sandalenbinderin“ (Pinakothek München) oder die „Spinnerin“ begann, fand durch seinen frühen Tod am 31. Januar 1822 keine Fortsetzung mehr. Es war ein schwerer Schicksalsschlag für seinen Vater, der den zunehmenden Ruhm mit Stolz aus der Ferne begleitet hatte. Die Durchsicht seiner Papiere, so schrieb Schadow im hohen Alter, „presst mir noch nach vielen Jahren bittere Tränen aus.“

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Diskuswerfer

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Friedrich Wilhelm von Schadow-Godenhausen (Sohn von Johann Gottfried Schadow)

(6. September 1788 - 19. März 1862)

Joseph Keller, nach Julius Hübner d. Ä. (Radierung 1831), Bildnis Wilhelm von Schadow, 1834, Museum Kunstpalast

Joseph Keller, nach Julius Hübner d. Ä. (Radierung 1831), Bildnis Wilhelm von Schadow, 1834, Museum Kunstpalast

Professor der Berliner Akademie, Direktor der Düsseldorfer Akademie, Begründer der Düsseldorfer Schule

Im Jahr 1788 wurde Friedrich Wilhelm Schadow als zweiter Sohn des Bildhauers Johann Gottfried Schadow und seiner Ehefrau Marianne Devidels in Berlin geboren. Er erhielt von seinem Vater den ersten Zeichenunterricht und besuchte ab 1808 die Berliner Akademie. 1811 bekam er ein Italienstipendium und ging in Begleitung seines Bruders Rudolf nach Rom.

Hier schloss er sich dem Malerorden der Lukasbrüder (Nazarener) um Friedrich Overbeck an. Friedrich Wilhelm beteiligte sich in Rom an der Ausmalung der Casa Bartholdy mit den Fresken „Klage Jakobs um Joseph“ und „Josephs Traumdeutung im Gefängnis“. 1826 wurde Friedrich Wilhelm als Direktor der Kunstakademie nach Düsseldorf berufen, wo er eine fruchtbare Lehrtätigkeit begann.

Friedrich Wilhelm Schadows kunstpädagogische Impulse führten zur Begründung der berühmten „Düsseldorfer Malerschule“. 1829 beteiligte er sich maßgeblich an der Stiftung des „Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen“.

In Düsseldorf schuf Friedrich Wilhelm Schadow hervorragende Gemälde im Geist einer poetischen Kunstauffassung.

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Flur im Schadowhaus am Flinger Steinweg in Düsseldorf, heute Schadowstr. by Rudolf Wiegmann 1836

Von besonderer Bedeutung sind seine religiösen Historienbilder und seine romantischen Portraits, wie das der Agnes D'Alton-Rauch (Kunsthalle Hamburg), Karl Immermanns oder der Gabriele von Humboldt (Kriegsverlust). Christus unter den Pharisäern (1827, Naumburg, Dom) Christus auf dem Weg nach Emmaus (1835, Berlin Nationalgalerie) Die klugen und die törichten Jungfrauen (1838/1842, Frankfurt, Städel)

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Karl Immermann, 1828, Öl auf Leinwand, 72 x 72 cm (Rundbild),

Kunstmuseum Düsseldorf

In seinem Porträt von Karl Immermann (1796-1840), stellt Friedrich Wilhelm von Schadow seinen Freund den Schriftsteller, Jurist und Leiter des Düsseldorfer Theaters dar.

Karl Immermann gilt als einer der Hauptvertreter des historischen Dramas.

In freundschaftlichem Geist hat Immermann über die romantischen Maler der Düsseldorfer Malerschule seine kritischen Maskengespräche geschrieben.

Er befreundete sich vor allem mit dem Akademiedirektor Schadow an. Dieser stellt ihn im abgebildeten Porträt ausgezeichnet durch die Hoheitsformel des Rundbildes und physiognomisch idealisierend mit herrischer Wendung des Kopfes dar. Zusätzlich versieht er ihn mit den Attributen des Dichterfürsten (Lorbeer) und dem Manuskript eines seiner Hauptwerke, dem kurz zuvor entstandenen "Kaiser Friedrich II."

Friedrich Wilhelm von Preußen und Wilhelm zu Solms-Braunsveld

Doppelbildnis der Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen und Wilhelm zu Solms-Braunsveld in Kürassieruniform,

Museum Kunstpalast Düsseldorf

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Großherzogin Alexandrine mit ihren Kindern, 1825

Staatliches Museum Schwerin

Am 30. November 1851, als er 25 Jahre Direktor der Kunstakademie war, ehrten am Abend zuvor nicht nur seine Kollegen und Studenten, sondern Vertreter aller Stände den Meister und hochgeschätzten Lehrer in der Malkunst mit einem Fackelzug.

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Adelsbrief für Friedrich Wilhelm

von Schadow-Godenhausen (1788-1862)

26.9.1858, Urkunde auf Pergament mit Leder geprägtem Einband und Lacksiegel in silbernem Behältnis, Stadtmuseum Düsseldorf.

Für seine Verdienste als Direktor der Königlichen Kunstakademie zu Düsseldorf wurde der Maler in den erblichen Adelsstand erhoben. Friedrich Wilhelm von Schadow-Godenhausen hatte 1841 das Gut Godenhausen bei Sinzig erworben. Der Name des Gutes wurde seinem Namen angegliedert.

Er blieb noch bis 1859 Akademiedirektor. Friedrich Wilhelm Schadow starb zurückgezogen 1862 in Remagen bei Bonn auf seinem Gut Godenhausen.

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Pietas und Vanitas

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Schadow 1822 by Daniel Friedrich Parthey

 

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Sophie Hasenclever (Tochter von Friedrich Wilhelm von Schadow-Godenhausen)

(6. Januar 1824 – 9. Mai 1992)

Dichterin, Schriftstellerin, Übersetzerin.

Sophie

Sophie Schadow von Godenhaus wurde am 6. Januar 1824 in Berlin als einzige Tochter von Friedrich Wilhelm von Schadow und seiner aus Kurland stammenden Ehefrau Charlotte von Groschke geboren. Ihr Vater war zum Zeitpunkt der Geburt Professor der Berliner Akademie der Künste und wurde 1826 Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie. Im Düsseldorfer Künstlermilieu wuchs Sophie auf. Im Elternhaus verkehrten viele Maler, Schriftsteller und Komponisten, und Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) lebte mehrere Jahre lang im Haus. Wilhelm von Schadow, der seine Tochter mehrmals porträtierte, erteilte ihr höchstpersönlich Malunterricht. Im Alter von sechs Jahren reiste Sophie mit ihren Eltern erstmals nach Italien, zehn Jahre später zum zweiten Mal. In Rom erlernte sie die italienische Sprache.

 

Bereits als Mädchen nahm sie bei Wolfgang Müller von Königswinter (1816-1873), einem in Düsseldorf praktizierenden Arzt und Dichter, Unterricht in der Dichtkunst und veröffentlichte kleinere Werke in Zeitschriften.

 

Mit 21 Jahren heiratete sie 1845 den Arzt Richard Hasenclever, mit dem sie bis 1848 in Grevenbroich lebte, wo ihr Mann als Kreisphysicus arbeitete. Richard Hasenclever war vielfältig künstlerisch, schriftstellerisch und politisch tätig. Das Ehepaar bekam zwei Kinder, Anna und Felix. Die beiden Jahrzehnte nach der Geburt der Kinder trat Sophie Hasenclever nicht als Dichterin in die Öffentlichkeit, sondern widmete sich dem Familienleben. Dies entsprach der gesellschaftlichen Erwartung an verheiratete Frauen. Zeitgenossen beeilten sich denn auch zu betonen, dass Sophie Hasenclever trotz ihrer literarischen Schöpfungen „stets die tüchtige und biedere Hausfrau geblieben“ sei, denn schriftstellerisch tätige Frauen konnten schnell als „Blaustrumpf“ in Verruf geraten. Tatsache ist, dass Sophie Hasenclever auch in der Familienphase an eigenen Dichtungen und Übersetzungen gearbeitet hat. Außerdem führten sie und ihr Ehemann in Düsseldorf einen künstlerisch-literarischen Salon, in dem viele Größen der damaligen Zeit ein- und ausgingen, unter ihnen der Dichter Karl Immermann (1796-1840) sowie die Komponisten Ferdinand Hiller (1811-1885), Robert Schumann (1810-1856) und die Komponistin und Pianistin Clara Schumann-Wieck (1819-1896).

Ab den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts veröffentlichte Sophie Hasenclever unter anderem die Novellette, „Aus der Kriegszeit 1870-71“, die Lyriksammlung „Rheinische Lieder“ (1881) sowie „Novellen und Märchen“ (1884), die sie dem Schweizer Schriftsteller Gottfried Keller widmete. Zu Mendelssohn-Bartholdys „Athalia“, die am Hofe des damals in Düsseldorf residierenden Fürsten von Hohenzollern privat aufgeführt wurde, dichtete sie den Text. Der Komponist Ferdinand Hiller legte seiner Kantate für Soli, Chor und Orchester „Nala und Damayanti“ Sophie Hasenclevers Bearbeitung dieses indischen Stoffes zu Grunde. Die Geschichte handelt von König Nala, der sein Königreich durch Spielleidenschaft verliert und es schließlich wieder zurückgewinnt, und von seiner treuen Gattin Damayanti. Zur Vorbereitung hatte Sophie Hasenclever jahrelang altindische Literatur studiert.

Unter Sophie Hasen-clevers Werken finden sich verschiedene zivilisationskritische Gedichte, in ihren Novellen geht es vielfach um den Mensch, der sich in einer Krisensituation bewähren muss. Viele ihrer Gedichte, Märchen, Lustspiele und Satiren sind unveröffentlicht geblieben.

Auch als Übersetzerin machte Sophie Hasenclever sich einen Namen. Sie beherrschte nicht nur die italienische, sondern auch die französische Sprache. 1874 erschien ihre Übersetzung der Gedichte des bretonischen Dichters August Brizeux (1806-1858). 1875 legte sie zum 400. Geburtstag Michelangelos (1475-1564) eine bis heute nicht überholte Übersetzung seines gesamten poetischen Werkes vor, an der sie ein volles Jahrzehnt gearbeitet hatte. Zwei Jahre vor ihrem Tod erschien schließlich ihre Übersetzung von Dantes „Göttlicher Komödie“ (1890).

Sophie Hasenclever starb am 9. Mai 1892 im Alter von 68 Jahren.

Sophie Hasenclever

- A. Briseux'. Gedichte Übers. 1874

- Aus der Kriegszeit von 1870-1871. Novellen 1877

- Dantes göttliche Komödie 1890

- Erzählungen und Märchen 2 Bde. 1884

- Michelangelos Gedichte Übers. 1875

- Novellen und Märchen 1883

- Rheinische Lieder 1881

 

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Albert Dietrich Schadow

(2. Mai 1797 - 5. September 1869)

Architekt, Oberhofbaurat, Zeichner

Albert Dietrich Schadow wurde 1797 als viertes Kind von Friedrich Gottlieb Schadow und dessen Frau Charlotte geb. Schielkert in Potsdam geboren. Von Donop berichtet über ihn: „Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt bis 1812, darnach die Akademie der Künste in Berlin, wo ihm Johann Erdmann Hummel und Johann Gottfried Riedlich Unterricht erteilen. In den Feldzügen von 1813 – 16 diente er als Freiwilliger und nahm als Offizier seinen Abschied, um seine künstlerischen Studien fortzusetzen.

Nach einem längeren Aufenthalt in Süddeutschland und in Oberitalien bestand er im Jahr 1822 die Feldmesserprüfung.

Als Sommerhaus des Königs und seiner zweiten Frau Auguste von Harrach Fürstin Liegnitz erbaute Albert Dietrich Schadow 1824/25 den Neue Pavillon (Schinkel-Pavillon) nach dem Vorbild einer italienischen Villa. In der beweglichen Ausstattung zeigt sich der klassizistische Bau ganz und gar dem Biedermeier verpflichtet.

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Er reiht sich dem Kreise der preußischen Architekten an, welche in der Schule jenes Meisters gebildet, ihre Kräfte der vom Könige Friedrich Wilhelm IV. angeregten Bautätigkeit widmeten. Ohne die hervorragende Bedeutung seiner Zeitgenossen Persius, Stüler und Strack zu erzielen, hat Schadow neben diesen durch gediegene Leistungen eine achtungswerte Stellung sich in der Baugeschichte erworben.

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Der Regent und seine zweite Frau Fürstin Auguste von Lienitz wohnten hier die Sommermonate.

Nach dem Tod des Königs wurde der Pavillon als Bibliothek und Museum genutzt.

1826 zum Hofbauconducteur ernannt, wurde er im folgenden Jahre nach Ablegung der Baumeisterprüfung Hofbauinspector und war alsdann in Potsdam tätig bei den Neubauten auf der Pfaueninsel, namentlich des Palmenhauses nach Schinkels Entwürfen (1831).

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Nachdem er die Pläne zu der gemeinsam mit Stüler erbauten St. Petri- und Paulskirche zu Nikolskoë bei Potsdam entworfen hatte (Architektonische Album, Heft IV), war es ihm vergönnt, die Zeit vom September 1838 bis Juli 1839 zum Aufenthalte in Italien zu verwenden. Im Sinne seines Lehrers Schinkel lieferte er einen Beitrag zur architektonischen Verschönerung Potsdams durch den im Jahr 1841 ausgeführten Umbau eines älteren Hauses zur Villa der Fürstin Liegnitz, dicht am Eingange von Sanssouci gelegen, ein Werk von edler Gliederung, das seinen Namen in weitere Kreise trug.

Seine Haupttätigkeit entwickelte er seit 1843 als Baumeister des Berliner Schlosses, in dessen Festräumen unter seiner Leitung umfassende Änderungen getroffen wurden. Im Jahr 1844 erbaute er die Terrasse an der Lustgartenseite mit den stattlichen Gruppen der Rossebändiger des Baron von Clodt. In Gemeinschaft mit Stüler und Wäsemann bewirkte Schadow in den Jahren 1845 – 53 den Ausbau des Weißen Saales und nach einem Entwurfe Schinkels den Kuppelbau der reich ausgestatteten Schloßcapelle über dem großen, triumphbogenartig gestalteten Hauptportal an der Schloßfreiheit, wodurch dem Königspalaste die wirkungsvolle Krönung verliehen ward.

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Das Berliner Schloß

Das Westportal des Schlosses mit der mächtigen Kuppel und der Schlosskapelle.

August Stüler und Albert Dietrich Schadow hatten die Kuppel von 1845 bis 1853 über dem Eosanderportal errichtet.

Aufnahme ca. 1906 – 1908

Außer dieser amtlichen Tätigkeit hat Schadow noch zahlreiche Entwürfe und Pläne für Privatbauten geliefert und auch als Zeichner sich bewährt. Im Jahr 1847 zum Hofbaurat ernannt, gehörte er seit 1849 der Akademie der Künste an, wurde 1854 Mitglied der technischen Baudeputation und 1859 Oberhofbaurat. Seiner verdienstvollen Tätigkeit, die auch dem Architektenvereine vielfach von Nutzen gewesen, wurde in den letzten Jahren seines Lebens durch Erblindung ein Ziel gesetzt. Er starb zu Berlin am 5. September 1869 und wurde auf dem Dootheenstädischen Friedhofe vor dem Oranienburger Tore beigesetzt.

Vgl. die autobiographische Skizze (bis 1849) in den Akten der königlichen Akademie der Künste zu Berlin. – Nagler’s Neues allgemeines Künstlerlexikon. München 1845. XV Bd. – Erbkams Zeitschrift für Bauwesen, Jahrgang XI. – Deutsche Bauzeitung. Berlin, 3. Jahrgang 1869, Nr. 39 – Die Baugeschichte Berlins bis auf die Gegenwart von Dr. Alfred Woltmann. Berlin 1872. – Berlin und seine Bauten. Herausgegeben vom Architekten-Verein, Berlin 1877. - Allgemeines Künstlerlexikon von A. Seubert. 2. Auflage, 3. Band Stuttgart 1879.“ (In: Allgemeine deutsch Biographie. Band XXX, S. 497)

Zu Schadows romantischsten und bedeutendsten Bauwerken gehörte das von dem Maler Karl Blechen in einem Gemälde festgehaltene Palmenhaus auf der Pfaueninsel bei Potsdam (s. Abb. 1). Dieses wurde zwischen 1829 und 1831 errichtet. Bei der Innengestaltung, die an einen indischen Palast erinnern sollte, wurde ein Kiosk aus Burma verwendet, den der Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. erworben hatte. 1880 brannte das Bauwerk ab.

Unweit vom Blockhaus Nikolskoe entstand zwischen 1834 und 37 die Kirche St. Peter und Paul. Der König erwartete "Entwürfe im Stil russischer Kirchen, jedoch nur mit einem Turm", doch Albert Dietrich Schadow entwarf gemeinsam mit Stüler einen Bau, der den 1832 entworfenen Schinkelschen Vorstadtkirchen ähnelt.

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Die russische Zwiebelkuppel, die Terrasse und die hochgezogene Westfassade kamen auf Anregung Friedrich Schinkels und des Kronprinzen hinzu. Bemerkenswert ist der Innenraum, der einzige unverändert erhaltene Kirchenraum Berlins aus der Zeit des Klassizismus. Auch er wirkt mit seinen klaren Formen, der flachen Balkendecke und den Emporen nüchtern, durch seine Farbgebung aber zugleich freundlich. Die beiden Mosaik- medaillons an der Kanzel mit den Titelheiligen der Kirche, römische Arbeiten des 18. Jh., sind Präsente des Papsts Clemens XIII. an Friedrich des Großen.

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Im August 1837 vollendeten Friedrich August Stüler und Albert Dietrich Schadow den Bau der Kirche St. Petri- und Paulskirche bei Potsdam auf dem Havelufer südlich der Pfaueninsel

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Sechs Jahre später, 1843, ernannte ihn der König in Berlin zum Oberhofbaurat und Mitglied der Akademie der Künste. Albert Dietrich Schadow fertigte hier als Schlossbaumeister zahlreiche Architekturentwürfe und Baupläne u. a. für das Berliner Schloss. Die mächtige Kuppel hatten August Stüler und Albert Dietrich Schadow von 1845 bis 1853 über dem Eosander-Portal des Berliner Schlosses errichtet. Mit Eduard Knoblauch und August Stüler gehörte Albert Dietrich Schadow zu den tätigsten Mitgliedern des 1824 gegründeten „Architektenverein zu Berlin“.

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Felix Schadow (Sohn von Johann Gottfried Schadow)

(21. Juni 1819 - 25. Juni 1861)

Kunstmaler

Am 21. Juni 1819 wird Felix Schadow in Berlin geboren. Er war der erste Sohn Johann Gottfried Schadows und seiner 2. Ehefrau Henriette geb. Rosenstiel (1784-1832). Johann Gottfried Schadow hatte Henriette im Jahre 1817, zwei Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau Marianne, geheiratet.

Felix Schadow 10Jahre

Seine künstlerische Ausbildung als Porträt-, Historien- und Genremaler erhielt Felix Schadow u. a. bei Julius Hübner und als Schüler von Eduard Bendemann, der 1838 Johann Gottfried Schadows einzige Tochter Lida heiratete. Bendemanns Vater war der Bankier Anton Bendemann, der bis zu seiner Konvertitentaufe 1805 Aron Bendix hieß.

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Die Bendemanns bezogen 1831 die obere Etage des Schadowhauses. Aus dem anfänglich nachbarschaftlich-freundschaftlichen Verhältnis entwickelten sich so bald auch familiäre Beziehungen.

Felix und Lida

Felix Schadow und seine Schwester Lia, die spätere Ehefrau von Eduard Bendemann. Gemälde von Franz Krüger

1852 - 1856 arbeitete Felix Schadow mit Eduard Bendemann gemeinsam an einem von Eduard entworfenen Fries zur Lebensgeschichte Johann Gottfried Schadows. Der Fries schmückte drei Wände im ehemaligen Gartenatelier von J. G. Schadow, das sich hinter seinem - noch erhaltenen - Haus in der Schadowstraße (ehem. Kleine Wallstraße 10/11) in Berlin befand. Der Fries umzog unterhalb des Stuckgesimses die drei inneren Wände. Das Ateliergebäude wurde um 1900 abgerissen. Pläne des Ateliers, die den Zustand nach dem Umbau von 1851 wiedergeben, sind unbekannt. Nach Maßangaben eines Planes aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts errechnet, hatte das Atelier eine Größe von ungefähr 5,65 x 5,15 m. Vor dem Abriss wurde der Fries durch die Messbildanstalt (nach 1921 Staatliche Bildstelle) fotografiert.

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Felix Schadow widmete sich sehr erfolgreich der Historienmalerei. Immer wieder erwählte der Maler und Zeichner Felix Schadow sein Vater zum Bildmotiv und zeigte darin seine enge familiäre Bindung.

Während sein Bruder Ridolfo bereits im Alter von 35 Jahren kinderlos starb und die von Friedrich Wilhelm gegründete Familie von Schadow-Godenhausen bereits wieder 1890 in der männlichen Linie erlosch, bewahrte die von Felix Schadow und Eugenie d’Alton-Rauch, einer Enkelin des Bildhauers Christian Daniel Rauch, gegründete Familie den Namen Schadow noch in mehreren Gliedern. Am 25. Juni 1860 starb Felix Schadow an einem Krebsleiden. Er wurde dicht bei seinen Eltern auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt.

Familienszene Felix in Privatsammlung
Historienbild in der Ruine stehende Familie eines Edelmannes, ein Balken brennt noch.

Der Verbleib eines Teiles seiner Werke ist heute ungeklärt. Sollte jemand zum Werk Mitteilungen machen können, wäre die Schadow-Gesellschaft dankbar, dies zu erfahren.

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Hans Schadow

(8. Januar 1862 - 16. Oktober 1924)

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Professor an der Dresdner Kunstakademie, Kunst- und Porträtmaler, Schriftsteller, Diplomat

Persönliche Daten:

Professor Hans Otto Julius Schadow, (Spitzname Hans Lucas/Lukas)

Porträt- und Landschaftsmaler

Sohn des Bankiers und Privatgelehrten Gustav Schadow und der Anna Marie Therese Philipp

Geboren: Als 1. Kind am 08. 01. 1862

Geburtsort: Berlin (Deutschland)

Gestorben: 16. 10. 1924

Sterbeort: Bad Driburg, Westfalen, (Deutschland)

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Meine Mutter - Anna Maria Therese Schadow geb. Philipp

Lebenslauf:

· Urgroßneffe von Johann Gottfried Schadow

· Neffe von Reinhold Begas

· Schüler von Reinhold Begas

· studierte 1879 bis 1882 an der Berliner Kunstakademie

· studierte 1884 bis 1889 in München bei Johann Herterich, Paul Nauen, Bruno Piglheim und Franz von Lenbach

· studierte bis 1890 an der Académie Julien Paris bei Adolphe W. Bouguereau und Toni Robert-Fleury

· geht nach Dordrecht, Holland

· lebt von 1891 – 1896 in London

· anschließend: einjähriger Aufenthalt in Spanien; einjähriger Aufenthalt in Schweden; einjähriger Aufenthalt in Russland; einjähriger Aufenthalt in der Türkei

· lebte 1907 in Ägypten

· besuchte 1903 bis 1914 alljährlich Berlin, München und Venedig und beteiligte sich dort an Ausstellungen

· 1914 – 1918 Teilnahme am Ersten Weltkrieg

· 1914 im Feld in Flandern

· 1915 beim polnischen Feldzug von Galizien bis Brest-Litowsk und beim Winterfeldzug im serbischen Hochland

· 1916 - 6 Wochen in der Hölle vor Verdun, dann in Wolhynien bei der Abwehr gegen General Aleksej Brussilow

· 1916 Ernennung zum Major der Landwehr, 1. Garde, Feldartillerieregiment

· 1917 im Halbkreis von Reims

· 1918 gesundheitlicher Zusammenbruch, Lazarett in Charleville und Nauheim.

· 1921 Professur an der Kunstakademie Dresden

· 1922 Veröffentlichung seiner Lebenserinnerungen unter dem Titel

Mit Pinsel und Palette durch die große Welt – Erinnerungen eines Malers

Verlag K.F. Koehler in Leipzig

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Heimchen am Herd

Hans Otto Julius Schadow schreibt in seinen Lebenserinnerungen: „Der berühmte Bildhauer Gottfried Schadow...war ein Vetter meines Urgroßvaters.“ Mit dem ererbten Talent setzte Hans Schadow die künstlerische Familientradition fort und entschied sich in früher Jugend für den Künstlerberuf. Bestimmend für seine Entwicklung war die Verwandtschaft zu Reinhold Begas, dem Schüler und Patenkind Johann Gottfried Schadows.

Begas hatte 1864 die Schwester von Hans Schadows Mutter geheiratet und war der unangefochtene künstlerische Nachfolger von Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch in Preußen.

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Reinhold Begas mit seiner Frau Margarete - geb. Philipp

Hier erhielt Hans Schadow auch die ersten künstlerischen Anregungen, die ihn später selbst zu einem herausragenden Porträtmaler seiner Zeit werden ließen. Er selbst schrieb in seinen 1922 veröffentlichten Lebenserinnerungen ‘Mit Pinsel und Palette durch die große Welt’: “Während meiner ganzen Berliner Jugendzeit habe ich die reichste Anregung im Begasschen Hause empfangen.”

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Kaiser Wilhelm II.

Seine künstlerische Ausbildung begann er noch 1879 in Berlin, ging dann aber nach München, um dort bei Johannes Herterich, Paul Nauen und Franz von Lenbach zu studieren, den er schon im Hause Begas kennen gelernt hatte. 1889 beendete er seine Münchener Zeit nach fünfjähriger Ausbildung, um sie in Paris an der Académie Julien bei Adolphe W. Bourguereau und Toni Robert-Fleury zu vollenden.

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Theodor Mommsen

Früh wandte sich Hans Schadow der Bildnismalerei zu, worin er seine ganzen künstlerischen Fähigkeiten erkennen ließ. Beeindruckt von seinen Porträts erhielt er 1903 vom Vatikan den Auftrag, Papst Leo XIII. zu porträtieren. Nach dem Tod des Papstes im selben Jahr verzichtete der Künstler darauf, das Bild dem Vatikan zu überlassen, und behielt es bis zu seinem Tode in seinem Privatbesitz. Einige Jahre später sollte Hans Schadow auch den Nachfolger von Papst Leo XIII., Papst Pius X., malen. Das Bild von Papst Leo XIII. wurde 1928 von einer Berliner katholischen Kirchengemeinde für die damals ansehnliche Summe von 50.000 Reichsmark angekauft.

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Papst Loe XIII.

Im Auftrag der „Illustrated London News“ porträtierte er u. a. König Ludwig von Bayern, Prinz Albrecht von Preußen (Museum Braunschweig), Adelina Patti, Otto von Bismarck und Rudolf Virchow; außerdem malte er den Geigenvirtuosen Joseph Joachim und seinen Lehrer Reinhold Begas. Während seiner zahlreichen Auslandsaufenthalte in England, Holland, Russland, Polen, Syrien, Türkei und Ägypten zeichnete und malte er Landschaftsimpressionen in einem von ihm bevorzugten lyrischen Naturalismus.

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Rudolf Virchow

In der vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte herausgegebenen Kunstchronik Nr. 33, Jahrgang 1921/22, sowie in der Zeitschrift Der Kunstwanderer erschienen Hinweise zum 60. Geburtstag des Porträt- und Landschaftsmalers Hans Schadow:

Der Porträt- und Landschaftsmaler Prof. Hans Schadow, Mitglied der bekannten Künstlerfamilie und Neffe Reinhold Begas', feierte am 8. Januar seinen 60. Geburtstag. Viele geistig bedeutende Männer haben ihm zu Bildnissen gesessen, u. a. Bismarck, Gladstone, Witte, Virchow, Mommsen, Begas, v. Bergmann, Bunsen. Schadow ist den Persönlichkeiten, die er malte, meist auch persönlich näher getreten. Man kann daher seinen Erinnerungen, die bereits von einem bekannten Verlage erworben wurden und an die der Künstler zurzeit die letzte Hand anlegt, mit Interesse entgegensehen.

(Kunstchronik, Nr. 33, 1921/22)

Tempel von Philae in Oberägypten Öl auf Holz 1907

Tempel von Philae in Oberägypten - Öl auf Holz 1907

Der Berliner Porträt- und Landschaftsmaler Professor Hans S c h a d o w ist am 8. Januar 60 Jahre alt geworden.

Er ist viel in der Welt gereist und hat auf seinen Fahrten, über die er liebenswürdig und humorvoll zu plaudern weiß, auch viel Persönlichkeiten der Politik, Kunst und Wissenschaft porträtiert. Die Bildnisse Lord Listers, Bergmanns, Gusenbauers u. a. malte Schadow, der ein gebürtiger Berliner ist, für die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie in Berlin, sein “Dr. Otto Finsch” hängt im Städtischen Museum zu Braunschweig, sein “Bunsen” in der Chemischen Gesellschaft zu Berlin.

( Der Kunstwanderer, Berlin 1921-1922)

Pressemeldung anlässlich des Todes von Hans Schadow in der Berliner Presse (links). Text: Prof. Hans Schadow, der bekannte Berliner Landschaftsmaler, ist im Alter von 62 Jahren an den Folgen der Grippe gestorben.

(Oktober 1924)

Drei Jahre vor seinem plötzlichen Tod, erhielt Hans Schadow eine Berufung als Professor an die Dresdner Kunstakademie.

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Veröffentlichungen zur Person:

· The Illustrated London News, 1893

· The Illustrated London News, October 8, 1898

· Lützows „Zeitschrift für bildende Kunst“

· F. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, II, 2, Dresden 1901

· Kunstchronik N. F. 33 (1921/22) S. 266

· Kunstchronik 34 (1922/23) S. 370 f.

· Der Kunstwanderer, 1921/22 S. 207.

· Degeners „Wer ist’s?“ Bd. VIII, 1922 (das spätere „Wer ist wer?“)

· Thieme/Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, 1939, Bd. XXIX

· Internationaler Biographischer Index, K. G. Saur Verlag

· Deutsches Biographisches Archiv, Fiche: II 1126,326

· Dictionnaire Critique et Documentaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs, 1966

· Georg Franzen: Die Schadows und ihr Umfeld – Künstlerbiographien, Schadow-Verlag Celle, 1989, herausgegeben von: Schadow-Gesellschaft, ISBN 3-9801940-3-5

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Frau Dr. S. R.

Ausstellungen:

· Internationale Kunstausstellung im Münchener Glaspalast

· 1894 Schulte’s Berliner Salon

· 1897 Große Berliner Kunstausstellung

Gemälde:

· Bildnis Rudolf Virchow (The Illustrated London News)

· Bildnis Helmholtz (The Illustrated London News)

· Brustbild Theodor Mommsen (The Illustrated London News)

· Bildnis Prinz Albrecht von Preußen (Braunschweig, Städt. Mus.)

· Bildnis Dr. Otto Finsch (Zoologe, Braunschweig, Städt. Mus.)

· Bildnis Feldmarschall Grafen Blumenthal

· Bildnis Geheimrat Emil Heinrich du Bois-Reymond (Physiologe, Mathematiker)

· Bildnis Papst Leo XIII. (Rom, Vatikan)

· Bildnis Papst Pius X.

· Bildnis Kaiser Wilhelm II.

· Bildnis König Ludwig III. von Bayern

· Bildnis Oskar von Schweden

· Bildnis Feldmarschall Paul von Hindenburg

· Bildnis Großherzog Friedrich von Baden

· Bildnis Prinzregent von Bayern Prinz Rupprecht

· Bildnis Reichskanzler Otto von Bismarck (Rittergut Niedamowo, verschollen)

· Bildnis Fürst Radolin

· Bildnis „Meine Mutter“ (Anna Marie Therese Philipp)

· Bildnis Frau Dr. S. R.

· Bildnis Zigeunerin (Rittergut Niedamowo, verschollen)

· Bildnis Minister Witte

· Bildnis Premierminister Gladstone

· Bildnis Lord Lister (Entdecker der antiseptischen Wundbehandlung)

· Bildnis Lord Kelvin

· Bildnis Sir James Pagel

· Bildnis Tennyson (englischer Dichter)

· Bildnis von Nordenskjøld (Polarforscher)

· Bildnis Lord Wolsely

· Englisches Prinzesschen T.

· Bildnis Reinhold Begas

· Bildnis Joseph Joachim

· Bildnis Adelina Patti auf ihrem Schloß Craig-y-Nos, Wales (Sängerin)

· Bildnis Katharina Klaffski

· Bildnis Gertrud K.

· Bildnis von Paul Nauen

· Bildnis Kanonikus Duckworth von Westminster

· Bildnis Theodor Mommsen

· Bildnis Robert Bunsen (Berlin, Chemische Gesellschaft)

· Bildnis Gustav von Bergmann (Berlin, Deutsche Gesellschaft für Chirurgie)

· Bildnis Karl Gussenbauer (Chirurg)

· Landschaften aus England, Italien, Deutschland, Spanien

· Zahlreiche Landschaftsbilder für den Sultan und Vizekönig von Ägypten

· „Rückkehr von Heuernte“

· „Heimchen am Herd“

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Pernickel-Mühle bei Osnabrück

Der Verbleib eines Hauptteils seiner Werke ist heute unbekannt. Sollte jemand zum Verbleib der Werke Mitteilungen machen können, wäre die Schadow-Gesellschaft dankbar, dies zu erfahren.

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Carl Begas der Ältere - Die Familie Begas (Köln Wallraf-Richartz Museum)

Reinhold Begas

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geboren 15. Juli 1831 in Berlin-Schöneberg, gestorben 3. August 1911 ebenda

Er war Bildhauer und Maler und der Sohn des Malers Carl Joseph Begas.

Verheiratet war er mit Margarete Philipp, der Schwester von Hans Schadows Mutter Anna.

Er gilt als Hauptvertreter der neobarocken Berliner Bildhauerschule.

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Carl Begas der Ältere malte 1835 seinen Sohn Reinhold

Der Sohn des Künstlers (München Neue Pinakothek)

Ausbildung

Reinhold Begas erhielt seine erste Schulung durch Ludwig Wichmann in Berlin. 1846 bis 1851 war er Schüler an der Akademie der Künste in Berlin unter Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch. 1848 wurde er Mitarbeiter Rauchs. 1852 errang er einen ersten Erfolg mit dem Gips der Gruppe „Hagar und Ismael“ auf der Akademie-Ausstellung Berlin. Dank eines Stipendiums wurde ihm 1856 bis 1858 ein Romaufenthalt ermöglicht. Dort lernte er Franz von Lenbach, Arnold Böcklin und Anselm Feuerbach kennen.

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Alexander von Humbold, Marmor 1883, heute vor der Humbold Universität

Unter den Linden in Berlin

Erste Erfolge

1861 erhielt er einen Ruf an die Großherzogliche Kunstschule Weimar. Er blieb dort bis 1863 und kehrte anschließend nach Berlin zurück. 1863 bis 1864 war er erneut in Rom, 1865 bis 1869 wieder in Berlin. 1869 und 1870 arbeitete er in Rom und Paris. Danach wirkte er zumeist in Berlin, nur unterbrochen von einem Aufenthalt in Rom 1892.

Er erhielt zahlreiche Aufträge zu Porträtbüsten, Denkmäler und Kleinplastiken. 1871 bis zu seinem Tod 1911 war er Mitglied des Verein Berliner Künstler und Mitglied der Akademie der Künste Berlin, deren Meisteratelier er von 1876 bis 1903 leitete.

Hauptrepräsentant des Berliner Neubarocks

Seine monumentalen Arbeiten waren charakteristisch für das preußische Berlin der Kaiserzeit. Insbesondere Kaiser Wilhelm II. schätzte das Pathos der Arbeiten von Begas und verschaffte ihm nach 1888 eine Vielzahl an repräsentativen Aufträgen. Die bekanntesten Beispiele hierfür sind das Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I., enthüllt 1897 (zerstört), die künstlerische Oberleitung an der „Siegesallee“ (1895-1901, zerstört), für die er selbst zwei Gruppen beisteuerte, und das 1901fertig gestellte Bismarck-Nationaldenkmal vor dem Berliner Reichstag (heute am Großen Stern).

Reinhold Begas schuf außerdem 1886 bis 1891 den Neptun Brunnen in Berlin-Mitte vor dem Roten Rathaus in Berlin.

Neptunbrunnen Berlin

Begas wurde auf dem Friedhof der Zwölf-Apostel-Gemeinde in der Kolonnenstraße beigesetzt.

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Grabmahl Arthur Strousberg, Bronze 1874

vor dem Städtischen Friedhof in Berlin-Reinickendorf

Weitere Werke

· 1857 Amor und Psyche, Berlin, Alte Nationalgalerie

· 1858 Pan tröstet Psyche, Berlin, Alte Nationalgalerie

· 1862-1871 Schiller-Denkmal, Berlin, Gendarmenmarkt

· 1877 Büste Adolf von Menzel, Berlin, Alte Nationalgalerie

· 1881 Kentaur und Nymphe, Berlin, Skulpturengalerie SMPK

· 1874 Grabmal Arthur Strousberg, Berlin, Städtischer Friedhof Reinickendorf

· 1883 Alexander-von-Humboldt-Denkmal, Berlin, Humboldt-Universität

· 1888-1892 Kenotaph für Kaiser Friedrich III., Berlin, Dom

· 1900 Prometheus, Berlin (bis 1995 Akademie der Künste am Pariser Platz)

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Eduard Julius Friedrich Bendemann

* 3. Dezember 1811 in Berlin; † 27. Dezember 1889 in Düsseldorf war ein deutscher Maler und ein wichtiger Vertreter der Düsseldorfer Malerschule sowie Medailleur und Hochschullehrer

E. Bendemann

Bendemann war der Sohn des jüdischen Bankiers Anton Heinrich Bendemann und dessen Ehefrau Fanny Eleonore, einer Tochter des Bankiers Joel Samuel von Halle. Die Eltern waren vor seiner Geburt zum Christentum konvertiert; Bendemann selbst wurde getauft und später konfirmiert. Seine Familie führte ein großbürgerliches Haus und durch Einladungen seiner Eltern lernte Bendemann seinen späteren Lehrer an der Universitt der Künste Berlin, Wilhelm von Schadow, kennen. Mit Julius Hübner, der seine Schwester Pauline heiratete, ging Bendemann 1827 an die Kunstakademie Düsseldorf.

Im Jahr 1829 begleitete Bendemann Schadow auf dessen Studienreisen nach und durch Italien. 1831 kehrte Bendemann zusammen mit Schadow nach Deutschland zurück und ließ sich in Düsseldorf als freischaffender Maler nieder. Eines von Bendemanns wichtigsten Werke war das monumentale Bild Trauernde Juden im Exil, mit welchem er 1832 auf der Großen Kunstausstellung zu Berlin mit Erfolg debütieren konnte. In seinen Bildern thematisierte Bendemann Szenen aus der Bibel und traf mit seiner meist elegischen Darstellung die Mode seiner Zeit.

trauende Juden im Exil 1831-32 Edu. Bendem.

trauernde Juden im Exil (1813 - 1832)

Bendemanns monumentales Gemälde „Jeremias auf den Trümmern von Jerusalem“ (1835/36) entstand im Auftrag des preußischen Kronprinzen, dem späteren König Friedrich Wilhelm IV., und wurde 1836 in Berlin in einer Einzelausstellung gezeigt. Durch diese Erfolge wurden viele Werke Bendemanns von Grafikern und Kupferstechern reproduziert, so zum Beispiel Die Ernte von August Eichen.

Bendemann unternahm eine weitere Studienreise nach Italien und hielt sich zwischen November 1829 und Ende April 1831 in Rom auf. Später folgte eine Reise nach Frankreich, wo sich Bendemann längere Zeit in Paris aufhielt.

Eduard Bendemann heiratete am 28. Oktober 1838 Lida Schadow (1821–1895), Tochter des berühmten Bildhauers Johann Gottfried Schadow und Schwester seines Künstlervaters Wilhelm Schadow. Mit ihr hatte er folgende Kinder:

 

Felix und Lida
Felix und Lida Schadow, die spätere Frau von Edurd Bendemann

 

· Gottfried Arnold (* 1. Dezember 1839, Dresden; † 1882) Major, Ritter d. Pour le mérite ∞8 Hedwig Krüger (Deren Sohn ist Friedrich Bendemann.)

· Marie (* 20. Juni 1841, Dresden; † 16. Januar 1874) ∞8 Otto Euler, Justizrat (Deren Sohn ist der Maler Eduard Euler.)

· Ernst Julius (* 1. Januar 1844, Dresden) ∞8 Alwine Jung

· Fanny Mathilde Susanne (* 31. März 1846, Dresden)

· Felix Eduard Robert Emil (* 8. August 1848, Dresden; † 31. Oktober 1915, Berlin), kaiserlicher Admiral, 1905 geadelt, ∞8 Helene Sophia Sturz, Tochter des brasilianischen Generalkonsuls in Berlin Johann Jacob Sturz (Deren Sohn Eduard, ebenfalls Maler, war verheiratet mit Margarete Susman.)

· Rudolf Christian Eugen (1851–1884), Historienmaler

 

Im Jahr 1838 berief man Bendemann als Dozent an die Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Im Jahr 1859 avancierte er zum Direktor der üKunstakademie Dsseldorf; aus gesundheitlichen Gründen legte Bendemann 1867 dieses Amt wieder nieder. Er ließ sich in Berlin nieder. Im Haus seines Schwiegervaters schuf Bendemann ein monumentales Fresko mit einer symbolischen Darstellung, Die Künste am Brunnen der Poesie.

Für das königliche Schloss in Dresden bekam Bendemann den Auftrag, drei Säle (Thronsaal, Turmsaal, Turmzimmer) auszuschmücken; er tat dies mit einem zusammenhängenden Wandgemälde. Im Thronsaal, zu beiden Seiten des Throns, befinden sich in nischenartig abgeschlossener Holzarchitektur die Gestalten großer Herrscher und Gesetzgeber auf Goldgrund mit bezüglichen Darstellungen in Reliefform darunter, von Moses bis auf Albrecht den Beherzten, den Stammherrn des regierenden Königshauses. Auf der dem Thron gegenüberstehenden Wand sind vier Darstellungen aus dem Leben des Königs Heinrich I. angebracht mit darunter befindlichen Bildern, welche die Berufskreise der vier Stände repräsentieren.[2] Noch sinnreicher in der Komposition, jedenfalls heiterer durch die stereochromische Malerei ist der Ballsaal, der uns das ganze Leben der Griechen in poetischer, bezaubernder Weise vorführt.

Bei seinem Aufenthalt in Düsseldorf entstanden die monumentalen Fresken in der Aula des im Jahre 1856 erbauten Real-Gymnasiums an der Klosterstraße in Düsseldorf, die sich auf Wissenschaft, Handel, Industrie und Kunst bezogen.[3] Von geringerer Bedeutung sind die Malereien im Schwurgerichtssaal zu Naumburg und die nach seinen Entwürfen von seinem Sohn Rudolf Bendemann sowie den Brüdern Ernst und Fritz Roeber und Wilhelm Beckmann ausgeführten Wandmalereien im ersten Cornelius-Saal der Nationalgalerie (Berlin), in denen die Kräfte des Geistes und des Gemüts, welche die Schöpfungen der Kunst bedingen, das Verhalten des Menschen zur Gottheit und das Erdenwallen des Genius veranschaulicht werden.

Aber auch als Porträtist bewies Bendemann eine Meisterschaft, welche vom Publikum wie von der offiziellen Kritik hochgeschätzt wurde. Ihm saßen neben seiner Ehefrau unter anderem der Buchhändler Heinrich Brockhaus, die Maler Wilhelm Camphausen und Wilhelm von Schadow, der Historiker Johann Gustav Droysen, der Musiker Joseph Joachim und Fürst Karl Anton von Hohenzollern Modell.

Bendemann war Mitglied der Universität der Künste Berlin, der Kunstakademie Düsseldorf der Kunsthochschule Kassel, der Akademie der Bildenden Künste München u.v.m. Außerdem wurde er mit mehreren Orden (unter anderem Pour le Merite für Kunst und Wissenschaft) ausgezeichnet und geehrt.

Sterbehaus Bendemann Er starb wenige Tage nach seinem 78. Geburtstag am 27. Dezember 1889 im Haus Jägerhofstraße 7 in Düsseldorf-Pempelfort, das 1866 ein Atelieranbau im rückwärtigen Teil erhalten hatte und durch einen Bau der Architekten Heinrich Joseph Kayser und Karl von Großheim ersetzt wurde. Für das Jahr 1885 und 1887 ist das Haus Jägerhofstraße 7 als Wohnhaus von Bendemann belegt.

E. J. F. Bendemann

Werke (Auswahl)

Fries in der Aula des Real-Gymnasiums

Gemälde: Die trauernden Juden im Exil (um 1832).

Felix Mendelssohn Bartholdy

· Boas und Ruth

· Gefangene Juden in Babylon, auch bekannt als Die trauernden Juden im Exil (1832)

· Zwei Mädchen am Brunnen (1832)

· Felix Mendelssohn Bartholdy (1833) siehe Bild rechts

· Jeremias auf den Trümmern Jerusalems (1835/36)

· Die Künste am Brunnen der Poesie (Fresko)

· Die Ernte

· Wegführung der Juden in die babylonische Gefangenschaft (1872)

· Nathan der Weise

· Penelope (1877)

· Heinrich I. schlägt die Ungarn (1878)

· Ausstellung der Werke von Eduard Bendemann in der Kunsthalle zu Düsseldorf : 18. Januar bis 18. Februar 1891, Düsseldorf [1891]

 

Schadow-Gesellschaft

 

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